39. Newsletter der VERMÖGENSKULTUR AG
Sehr geehrte Damen und Herren,
in einer Welt, die zunehmend unübersichtlicher wird, wächst der Wunsch nach Sicherheit – politisch, wirtschaftlich und persönlich. Krisen, die früher weit entfernt schienen, rücken näher: geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Turbulenzen, Klimafolgen und technologische Umbrüche. All diese Entwicklungen setzen uns einem ständigen Gefühl der Unsicherheit aus. Doch Sicherheit ist mehr als ein Zustand: Sie ist ein Gefühl, eine Haltung und ein gemeinsames Ziel.
Politische und gesellschaftliche Stabilität entsteht, wenn Vertrauen besteht – in Institutionen, in den Rechtsstaat, aber auch in Mitmenschen. Dieses Vertrauen zerbricht jedoch schnell, wenn Polarisierung und Desinformation zunehmen. Umso wichtiger ist es, dem mit Offenheit und Fakten zu begegnen. Sicherheit bedeutet keine Abschottung, sondern Verlässlichkeit im Miteinander.
Die vergangenen Monate waren geprägt von Kriegen, geopolitischen Spannungen, Energiepreisschocks und politischen Überraschungen – und trotzdem verzeichneten viele Aktienmärkte bemerkenswerte Renditen.
Geopolitische Konflikte erhöhen die Volatilität und zwingen Anleger dazu, Risikoprämien neu zu bewerten. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass solche Schocks meist nur vorübergehend die Kurse beeinflussen und langfristige Trends selten dauerhaft brechen. Volatilität ist der Preis für Rendite: Schwankungen sind kein Fehler des Systems, sondern der Preis für die Teilhabe an realem Wachstum.
Sicherheit entsteht, wenn wir lernen, mit Unsicherheit umzugehen. Wer in stürmischen Zeiten innere Stabilität bewahrt, kann anderen Halt geben. Sicherheit in unsicheren Zeiten ist kein Zustand, den man einmal erreicht. Sie ist eine Aufgabe, auch bei der Konstruktion robuster Portfolios. Eine breite Diversifikation über Anlageklassen, Regionen und Branchen, der gezielte Einsatz von Sachwerten wie Aktien und Immobilien sowie ein langer Anlagehorizont erhöhen die Chance, Kaufkraft zu erhalten und Krisen zu überstehen. Sicherheit entsteht somit weniger durch den Verzicht auf Risiko als vielmehr durch eine gezielte Risikoakzeptanz, die in klare Strategien, liquide Reserven und eine Disziplin eingebettet ist, die auch die nächste Schlagzeile übersteht.
Herzlichst, Ihr
Stephan Simon

